Unternehmergespräch: Industrie 4.0.

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Digitalisierung und Industrie 4.0 – was bleibt und was wird sich ändern?

Digitalisierung bewegt die KMU’s der Region. Über 160 Personen folgten der Einladung zum diesjährigen Unternehmergespräch und liessen sich von namhaften Referenten aus Forschung und Praxis zum Thema Digitalisierung und Industrie 4.0 inspirieren. Gekonnt führte „Beni National“ Thurnheer mit seinem Schalk durch den Abend.

Bereits zum fünften Mal lud die Regio Wil gemeinsam mit Pro Zürcher Bergebiet und Zürioberland Wirtschaft zum Unternehmergespräch ein, zum ersten Mal im St. Galler Teil der Regio Wil. Mit der STIHL Kettenwerke GmbH & Co KG durfte bei einem der grössten Arbeitgeber der Region Gastrecht genossen werden. Das Thema, welches über 160 Personen aus Wirtschaft und Politik der Region nach Wil lockte: Digitalisierung und Industrie 4.0.

Kundennutzen im Vordergrund
Dr. Joachim Zappe, Geschäftsführer von STIHL Wil, gab in seinem Grusswort einen Blick in die Entwicklung der Firma STIHL. Was als kleiner Familienbetrieb zur Effizienzsteigerung der Forstarbeiten begonnen hat, ist heute ein weltweit tätiges Unternehmen mit nahezu 15‘000 Mitarbeitern. Welche Rolle Digitalisierung in einem solchen Unternehmen haben kann, dies vermochte Ingo Köder, Leiter Zentralplanung der ANDREAS STIHL AG & Co KG in Deutschland eindrücklich aufzuzeigen. „Es wird nicht mehr ohne gehen“ ist er überzeugt. Wichtig sei bei all den Möglichkeiten das Ziel immer vor Augen zu haben. Digitalisierung ist dort sinnvoll, wo ein Mehrnutzen insbesondere für den Kunden entsteht. Denn was bleibt, ist das Kundenbedürfnis im Zentrum des Unternehmens. Von Digitalisierung des Digitalisierens Willen rät er entschieden ab. Den wichtigsten Tipp von Ingo Köder: „Wagen Sie etwas. Prüfen Sie den Ansatz jedoch genau und lernen Sie, wie Sie mit den gewonnenen Informationen umgehen können. Es braucht Zeit, aber richtig eingesetzt, sind Daten das neue Gold.“

Unsicherheit wird bleiben

Digitalisierung bringt Veränderung. Dr. Alexander Fust vom KMU-Institut der Uni St. Gallen ist überzeugt, dass aber auch einiges bleiben wird: „Kommunikation bleibt wichtig. Auch der Fachkräftemangel wird bestehen bleiben und was auch bleiben wird, ist die Unsicherheit was kommt.“ Verändern werden sich hingegen, so lautet die These von Fust, Geschwindigkeit, technologische Anwendungen, die geforderte Flexibilität der Mitarbeitenden, die Spezialisierung von Firmen sowie die Bedeutung der Bewertungsplattformen. Das bedeutet für die Unternehmen, dass vier Bereiche von Digitalisierung betroffen sind: interne Prozesseffizienz, Kundeninteraktionen, Geschäftsmodelle und die Bedeutung der einzelnen Mitarbeitenden. Der Tipp von Fust an die Unternehmer: „Die Unsicherheit annehmen und sich als Unternehmen fragen, wo Digitalisierung im eigenen Betrieb Einfluss nehmen kann“.

Selbständigkeit dank Digitalisierung
Vom Ein-Frau-Startup zum 10 Personen-Betrieb innerhalb von einem Jahr, das wäre ohne Digitalisierung nicht möglich gewesen. Dr. Marloes Caduff, Gründerin und Geschäftsführerin von Codillion, ein prämiertes Startup u.a. im Bereich digitale Bildung, ermöglichte spannende Einblicke in den Aufbau eines Startups. Ohne digitale Helfer wäre es für sie nicht möglich gewesen, die Lawine, welche sie mit ihrem Unternehmen ausgelöst hatte, aufzufangen und zu lenken. „Es gibt sehr viele Tools und Plattformen, welche es einem ermöglichen mit wenigen Investitionen schon sehr viel zu erreichen“. Ihr Tipp an das Publikum: „Nehmen Sie die Steuerung ihrer Daten in die Hand. Wenig reicht oft schon, um gegenüber seinen Mitbewerbern einen Vorteil zu haben“.

Massgeschneiderter Schrank aus dem Internet
Zur abschliessenden Podiumsdiskussion gesellte sich der lokale Unternehmer und Präsident des AGV’s Region Wil Markus Fust zur Runde. Seit wenigen Wochen können in seiner Schreinerei Möbel nach Mass über ein Online-Tool bestellt werden. Laufend kommen neue Möbeltypen dazu. Ein Angebot, dass die Kunden schätzen würden. Da hakt Beni Thurnheer hellhörig nach, wie denn das jetzt mit diesen Bewertungen sei. Die Runde ist sich einig, dass die Bewertungsplattformen sehr zentral sind. Wichtig ist aber deren Authentizität. Es stimmt wohl, dass einige Meinungen gekauft würden, aber die Kunden würden das merken. Caduff appelliert daran, die Kunden auch direkt und ehrlich um Feedback zu bitten und miteinander zu reden. „Was sicher bleibt, ist Kommunikation“.

 

  

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