Glück und Geld.

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Schon Wochen vor Sylvester liegen sie im Briefkasten – all die Karten, die ihren Empfängern ein glückliches neues Jahr wünschen. Doch was ist Glück? Einfache Antworten gibt es kaum. Bei den meisten Menschen stehen wohl die Gesundheit und das Wohl der Familien zu oberst auf der Liste.

Aber auch mit der Aussicht auf mehr Lohn wähnen sich viele Leute glücklicher. Doch trägt ein höherer Lohn tatsächlich zu mehr Glück bei? Oder gibt es so etwas wie ein optimales Einkommen?

Ja, ein solches Einkommen existiert, das behaupten zumindest die Nobelpreisträger Anus Deaton und Daniel Kahnemann, die in einer Studie vor sechs Jahren 450’000 Amerikaner befragten. So zeigt die Studie, dass das emotionale Wohlbefinden ab einem Jahreseinkommen von 75’000 Dollar nicht weiter steigt. Die Autoren vermuten, dass Menschen mit einem höheren Lohn weniger Zeit haben, das zu tun, was für das Wohlbefinden am meisten wert ist: Zeit mit Freunden und Familie verbringen, Krankheit und Schmerz verhindern oder freie Zeit einfach zu geniessen. Durch den Stress sinke wohl auch die Fähigkeit, die kleinen Freuden des Alltags bewusst zu erleben.

Ist es also irrelevant, wenn man ab 75’000 Dollar keine Lohnerhöhung mehr erhält? Soll man Spitzenmanager, die ein vielfaches verdienen, gar bemitleiden? So simpel ist die Sache dann doch nicht: die kognitive Lebenszufriedenheit steigt bei höherem Lohn durchaus weiter, und zwar ohne Sättigungspunkt. Nur stagniert eben das einfache Glück des täglichen Lebens ab 75’000 Dollar, das Empfinden der kleinen alltäglichen Glücksmomente – also das, was das Leben letztlich lebenswert macht.

Ob das auch wirklich stimmt? Also Normalverdiener möchte man das gar nicht so genau wissen – dem eigenen Wohlbefinden zuliebe glaubt man aber gerne daran. Freuen wir uns doch einfach auf eine glückliches neues Jahr!

Bericht aus der NZZ vom 31.12.2016

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